KI-Agent einfach erklärt

Ein KI-Agent erledigt eine Aufgabe in mehreren Schritten, ohne dass ein Mensch jeden Schritt anstößt: Er liest eine Anfrage, schlägt Daten im ERP nach, legt einen Vorgang an, formuliert eine Rückfrage und wartet auf die Antwort. Anders als ein Chatbot antwortet er nicht nur, sondern handelt in angebundenen Systemen. Deshalb braucht er klare Grenzen und Freigaben für alles, was Folgen hat.

Ein Chatbot antwortet. Ein KI-Agent handelt. Das ist der Kern des Unterschieds. Ein Agent bekommt ein Ziel, etwa „bearbeite diese Kundenanfrage“, und entscheidet selbst, welche Schritte nötig sind: Kunden im CRM suchen, Auftrag im ERP prüfen, Lieferstatus beim Spediteur abfragen, Antwort formulieren, Vorgang anlegen. Dafür hat er Zugriff auf Schnittstellen zu Ihren Systemen und ein Sprachmodell, das plant und entscheidet, welcher Schritt als Nächstes kommt.

Worin der Unterschied zum Assistenten liegt

Ein Assistent hilft einem Menschen bei dessen Arbeit: Er schlägt vor, der Mensch tut. Ein Agent arbeitet eine Aufgabe ab und meldet sich, wenn er fertig ist oder nicht weiterkommt. Der Mensch steht nicht mehr neben jedem Schritt. Das macht Agenten leistungsfähig und gleichzeitig riskanter. Ein Agent, der falsch versteht, legt den falschen Vorgang an oder schickt die falsche Antwort, und das in Sekunden statt in Minuten.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Im Einkauf eines Fertigungsbetriebs übernimmt ein Agent die Terminverfolgung. Er prüft jeden Morgen die überfälligen Bestellungen im ERP, schreibt für jede eine Terminanfrage an den Lieferanten, liest die Antworten und trägt den neuen Termin als Vorschlag ein. Bei Lieferanten, die nicht antworten, erinnert er nach drei Tagen. Bei Terminverschiebungen, die eine Produktionsplanung betreffen, meldet er sich beim Einkäufer, statt den Termin selbst zu bestätigen. Diese Grenze ist fest eingebaut.

Was Unternehmen beachten müssen

Agenten brauchen Grenzen, die nicht das Sprachmodell setzt, sondern die Software: Welche Systeme darf er lesen, welche schreiben, welche Aktionen brauchen eine menschliche Freigabe. Wir empfehlen, mit eng begrenzten Agenten zu beginnen, die einen klar definierten Vorgang in einem System bearbeiten, und den Spielraum schrittweise zu erweitern, wenn die Protokolle über Wochen sauber sind. Ein Agent mit Vollzugriff auf ERP und E-Mail am ersten Tag ist ein Sicherheitsproblem, kein Fortschritt.

Nächster Schritt

Welcher Prozess kostet Sie die meiste Zeit?

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