On-Premises einfach erklärt
On-Premises, kurz On-Prem, bezeichnet den Betrieb auf eigener Infrastruktur: Das Sprachmodell, die Vektordatenbank und die Anwendung laufen auf Servern, die Ihrem Unternehmen gehören oder die es exklusiv mietet. Kein Dokument und keine Anfrage verlässt das Haus. Das ist die sicherste Variante für sensible Daten, kostet aber Hardware, Betrieb und Fachwissen, die ein Cloud-Dienst mitliefert.
Bei einem Cloud-Dienst laufen Modell und Daten beim Anbieter, der Zugriff erfolgt über das Internet. Bei On-Premises laufen sie auf Servern, die das Unternehmen selbst betreibt, im eigenen Serverraum oder in einem gemieteten Rechenzentrum, das niemand sonst nutzt. Der Begriff stammt aus der Zeit vor der Cloud, als jede Software so betrieben wurde, und ist mit KI wieder relevant geworden, weil viele Unternehmen ihre Dokumente nicht an einen externen Dienst geben wollen oder dürfen.
Wann On-Premises die richtige Wahl ist
Es gibt drei typische Gründe. Vertragliche Vorgaben: Kunden, insbesondere aus Verteidigung, Energie oder öffentlichem Sektor, schließen die Verarbeitung ihrer Unterlagen durch Dritte aus. Besonders sensible Daten: Personalakten, Gesundheitsdaten, Konstruktionsdaten, die den Wettbewerbsvorteil ausmachen. Und hohes Volumen: Wer sehr viele Anfragen verarbeitet, kann mit eigener Hardware günstiger fahren als mit Gebühren pro Anfrage. Technisch setzt On-Premises auf Open-Source-Modelle, die man herunterladen darf.
Was es kostet
Server mit leistungsfähigen Grafikkarten, Strom, Kühlung, Wartung, Updates, Monitoring und jemanden, der das alles im Griff hat. Für ein Unternehmen mit drei IT-Mitarbeitern ist das eine Entscheidung, die man nicht nebenbei trifft. Eine Zwischenlösung ist der Betrieb bei einem deutschen Hoster mit exklusiven Servern, der die Hardware stellt und das Unternehmen die Kontrolle über Daten und Software behält. Die Betreuung kann den Betrieb übernehmen, ohne dass die Daten das vereinbarte Rechenzentrum verlassen.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Ein Zulieferer für die Verteidigungsindustrie wollte einen Wissensassistenten für seine technische Dokumentation. Die Kundenverträge verbieten jede Verarbeitung außerhalb des Unternehmens. Die Lösung läuft mit einem offenen Modell und einer Vektordatenbank auf zwei Servern im eigenen Rechenzentrum. Kein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig, keine Diskussion mit dem Kunden. Dafür ein Investitionsbudget, das bei einem Cloud-Dienst nicht angefallen wäre, siehe DSGVO und KI zu den Alternativen.
Nächster Schritt
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